aufbahrungshalle strobl
Strobl am Wolfgangsee
Standort: Strobl, Oberösterreich
Bauherr: Gemeinde Strobl
Status: Fertig
Fertigstellung: 2025
Nutzfläche: 113 m²
Typologie: Öffentlich
Fotos: Andrew Phelps
Architekten Gärtner+Neururer ZT GmbH
Dokumentation: Lageplan | Grundriss
aufbahrungshalle strobl
Im September 2020 konnte das Büro Gärtner-Neururer den Wettbewerb zur Sanierung bzw. dem Neubau des Gemeindeamts Strobl am Wolfgangsee für sich entscheiden. Das Büro hat sich in seinem Beitrag für eine weitgehende Sanierung und Erweiterung des bestehenden, rund 120 Jahre alten Gemeindeamts und zum Neubau der ebenfalls im Wettbewerb geforderten Aufbahrungshalle entschieden. Die nahe am See gelegene Ortsmitte von Strobl zeichnet sich rund um den Dorfplatz durch eine lockere, disparate Bebauung aus. Ein baulich ablesbares Ortszentrum existiert nicht. Allerdings sind hier mit dem Gemeindeamt, der Pfarrkirche und dem Friedhof wichtige öffentliche Funktionen konzentriert. Deren räumlich-funktionalen Bezüge sollten durch den Entwurf gestärkt und städtebaulich geklärt werden.
ORGANISCHE BEZÜGE, NEUE UNTERSCHEIDUNGEN
Bisher standen das historische Amtsgebäude und die Aufbahrungshalle in einer unorganisch, strukturell unbefriedigenden Lage zueinander. Der Siegerentwurf zielt darauf ab, beide Bauten stärker aufeinander zu beziehen, um zumindest in diesem Bereich der Ortsmitte einen städtebaulich wirksamen Baukörperbezug herzustellen. Trotz der neuen Beziehung der drei Bauteile (Altbau Gemeindeamt, Anbau Gemeindeamt und Neubau Aufbahrungshalle) zueinander, wird auf die eindeutige Differenzierung der drei Teile großen Wert gelegt. Der Altbau behält im Wesentlichen seine tradierte äußere Gestalt, wird im Inneren entkernt und heutigen Anforderungen angepasst.
Auf der Ostseite wird zum Friedhof hin ein formal deutlich unterschiedener, großzügiger Anbau errichtet. Mit seinem Flachdach und der hölzernen Außenhülle unterscheidet er sich selbstbewusst vom Bestand. Getrennt durch einen gassenartigen Durchgang zwischen Anbau und Friedhof wird die neue Aufbahrungshalle errichtet. Ihre Westwand wird parallel zum Anbau des Gemeindeamts geführt. Hierdurch und durch eine ähnliche Bauhöhe werden beide Gebäude in eine Beziehung gesetzt. Anders als beim Vorzustand wird die Aufbahrungshalle jedoch räumlich viel eindeutiger mit dem Friedhof verwoben. Die Gasse schafft eine klare Trennlinie. Weiterhin unterscheiden sich der Anbau an das Gemeindeamt und die neue Aufbahrungshalle formal voneinander. Der Bauaufgabe entsprechend wird die Aufbahrungshalle durch steinerne Fassaden nobilitiert. Ein flaches, breit proportioniertes Walmdach deckt den Bau markant ab.
NEUE MITTE
Trotz der eindeutigen formalen Differenzierung der einzelnen Bauteile, schafft der Gesamtentwurf für Strobl eine an dieser für die Ortsmitte wichtigen Stelle eine überzeugende Klärung der stadträumlichen Bezüge. Dies gilt vor allem für die Beziehung zwischen Gemeindeamt, Friedhof und Kirche. Durch den geschickten Einsatz unterschiedlicher Materialien, Gebäudeformen und Achsbezüge sowie die Wegeführung wird dabei jeder Schematismus vermieden.
Bildreihe: baustelle | holzbau